28. Böll-Forum NRW: Von Polykrisen zu Polylösungen
Klimaschutz zusammendenken mit Frieden, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit
Podiumsdiskussion • 26-4103
Anmeldung möglich

Kaum eine öffentliche Debatte kommt derzeit ohne aus, kaum ein politisches Themenfeld bleibt unberührt: Das Ausrufen von Krisen prägt unsere gesellschaftliche Gegenwart stärker denn je. Mehr noch, Wirtschaftskrise, Sicherheitskrise, Demokratiekrise, Krise der liberalen Weltordnung und Klimakrise scheinen sich immer schneller zu verdichten und zu überlagern. Häufig ist dabei von einer Polykrise oder von multiplen Krisen die Rede. Gerade junge Menschen erleben diese Entwicklung oft als Verunsicherung und fragen sich, wie angesichts der Vielzahl an Herausforderungen überhaupt noch zukunftsfähiges politisches Handeln möglich ist.
Zugleich entsteht der Eindruck, dass all die Krisen zwangsläufig miteinander konkurrieren. Je nach politischer Perspektive wird die Bewältigung der einen als dringlicher angesehen als die der anderen. So verfestigt sich die Vorstellung, Zielkonflikte zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Sicherheit, sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechten und Klimaschutz seien unvermeidbar. Insbesondere der Klimaschutz gerät dabei häufig ins Hintertreffen.
Doch es geht auch anders: Das Böll-Forum möchte diesem Krisennarrativ eine alternative Perspektive entgegensetzen. Wir stellen Ansätze in den Mittelpunkt, die Politikfelder nicht gegeneinander ausspielen, sondern bewusst miteinander verbinden. Ansätze, die mehrere nationale und globale Herausforderungen gleichzeitig adressieren. Statt ausschließlich über multiple Krisen zu sprechen, wollen wir konstruktive multiple Lösungen in den Fokus nehmen.
Beispiele hierfür finden sich bereits in unterschiedlichen Politikfeldern: Ansätze des Environmental Peacebuilding verbinden Friedensförderung mit Umwelt- und Klimaschutz. Menschenrechtsbasierte Klimapolitik stärkt zugleich den Schutz fundamentaler Rechte und die Bewältigung der Klimakrise. Andere Konzepte zeigen, wie wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit gemeinsam gefördert oder wie demokratische Teilhabe und die Energiewende gegenseitig gestärkt werden können.
Der Abend lädt dazu ein, angesichts der Vielzahl gegenwärtiger Krisen weder in Ohnmacht zu verfallen noch in ein Denken, das Zielkonflikte zwischen Politikfeldern künstlich verschärft.Stattdessen soll er dazu anregen, Synergien zu erkennen und nach Lösungen zu suchen, die wirtschaftliche Entwicklung, Frieden, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Klimaschutz gemeinsam voranbringen. Denn: Mit Krisenängsten zu brechen erfordert Handlungsmut, den wir durch „Polylösungen“ an diesem Abend stärken möchte.
Zum 20. Mal verleihen wir 2026 im traditionellen Rahmen des Böll-Forums auch unseren Ideen- und Initiativenpreis „Der Heinrich“.
Wir freuen uns auf eine Keynote und inspirierende Beiträge von:
- Dr. Birgit Kemmerling (Bonn International Centre for Conflict Studies – bicc)
Sie bringt die Themen Kampf gegen globale Klimakrise und Frieden zusammen. - Dr. Wolfgang Strengmann Kuhn (Institut für Sozialökologie)
Er verbindet Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit. - Steffen Krenzer (Mehr Demokratie e.V., Projekt Klima trifft Kommune)
Er verbindet Klimaschutz mit Bürger*innenbeteiligung.
Moderation: Katja Dörner, sie war von 2020 bis 2025 war sie Oberbürgermeisterin von Bonn. Zuvor war sie von 2009 bis 2020 Mitglied des Deutschen Bundestages und ab 2013 stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis '90/Die Grünen.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich.
Termin(e)
Do. 08.10.2026
17:00 - 21:00 Uhr
Kosten
0,00 €
Veranstaltungsort
-
Tanzhaus NRW
Erkrather Str. 30
40233 Düsseldorf
Termine
| Datum | Zeit | Straße | Ort |
|---|---|---|---|
| Do. 08.10.2026 | 17:00 - 21:00 Uhr | Erkrather Str. 30 | Tanzhaus NRW |
-
Tanzhaus NRW
Erkrather Str. 30
40233 Düsseldorf
Referent*in
Birgit Kemmerling
Dr. Birgit Kemmerling hat in Humangeographie promoviert und verfügt über mehrjährige Berufserfahrung in der humanitären Hilfe. Seit fünfzehn Jahren forscht und arbeitet sie zu verschiedenen Ländern in der MENA-Region und in Subsahara-Afrika, vor allem zu den Themen Ernährungssicherheit bzw. -unsicherheit und nachhaltiges Ressourcenmanagement. Auf der Grundlage dieser praktischen Erfahrungen ist sie derzeit an einem Forschungsprojekt am bicc beteiligt, das sich damit befasst, wie die Verbindungen zwischen humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedenskonsolidierung verbessert werden können.
Veranstaltungen der Referent*in
Wolfgang Strengmann-Kuhn
Dr. habil. Wolfgang Strengmann-Kuhn ist habilierter Volkswirt und Senior Fellow im ISÖ – Institut für Sozialökologie, seit 2024 Gesellschafter der ISÖ gGmbH mit Prokura. Aktuell beschäftigt er sich mit Konzeptionen eines integrierten bzw. besser aufeinander abgestimmten Steuer- und Sozialtransfersystems zur Absicherung des Existenzminimums.
Veranstaltungen der Referent*in
Steffen Krenzer
Steffen Krenzer ist Umweltpsychologe und Experte für Bürgerbeteiligung. Bei Mehr Demokratie e.V. verantwortet er den Bereich Klima & Demokratie und leitet das Modellprojekt Klima trifft Kommune. Bei diesem Projekt diskutieren zufällig ausgeloste Bürger*innen in einem Bürgerrat über ein kontroverses Klimathema und erarbeiten Empfehlungen, über die die Bevölkerung im Anschluss verbindlich in einem Ratsreferendum abstimmt.
Veranstaltungen der Referent*in
Downloads
Für diese Veranstaltung sind keine Dokumente vorhanden.
© Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Schumannstraße 8
10117 Berlin
T +49 (30) 285 34-0
F +49 (30) 285 34-109
www.boell.de
info@boell.de